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Quelle:

Bundesfinanzhof
Art des Dokuments: Urteil
Datum: 28.03.2006
Aktenzeichen: VII R 23 und 24/05

Vorinstanz:

FG Hamburg
Art des Dokuments: Urteil
Datum: 15.03.2005
Aktenzeichen: IV 152/03

Schlagzeile:

Erstattung von Einfuhrabgaben bei wegen Schadhaftigkeit zurückgewiesenen Waren

Schlagworte:

Einfuhr, Zoll

Wichtig für:

Kurzkommentar:

Wird eine eingeführte Ware vom Einführer wegen ihrer Schadhaftigkeit zurückgewiesen und wieder aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgeführt, steht ein vorheriger Weiterverkauf der Ware dem Anspruch des Einführers auf Erstattung der Einfuhrabgaben nur entgegen, wenn die Ware in Kenntnis ihrer Schadhaftigkeit verkauft worden ist. Es kommt weder darauf an, ob die Schadhaftigkeit der Ware im Zeitpunkt ihres Weiterverkaufs hätte erkannt werden können, noch darauf, ob die Ware an einen Abnehmer in der Gemeinschaft oder in einem Drittland weiterverkauft wurde.

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Hintergrund: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat über die Erstattung von Einfuhrabgaben für Waren entschieden, die nach ihrer Einfuhr vom Importeur wegen Schadhaftigkeit zurückgewiesen und aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft wieder ausgeführt wurden.

In dem entschiedenen Fall hatte die Klägerin laufend Apfelsaftkonzentrat aus China in das Zollgebiet der Gemeinschaft eingeführt, das von ihrem Abnehmer in Finnland mehrfach als vergoren beanstandet worden war. Eine weitere bereits eingeführte Sendung lieferte die Klägerin deshalb nicht an diesen finnischen Abnehmer, obwohl eine Überprüfung der Ware keinen Mangel ergeben hatte, sondern verkaufte sie an einen Käufer in Norwegen. Dieser beanstandete die Ware jedoch ebenfalls als vergoren. Weitere Ermittlungen ergaben, dass ein Defekt an der Abfüllanlage in China der Grund für den Qualitätsmangel der Ware war, der daher bereits im Zeitpunkt der Einfuhr vorgelegen, sich jedoch erst später manifestiert hatte. Die Klägerin sandte daraufhin die von dem norwegischen Abnehmer zurückgewiesene Ware an ihren chinesischen Verkäufer zurück. Den Antrag der Klägerin, die für diese Warensendung entrichteten Einfuhrabgaben zu erstatten, lehnte das Hauptzollamt mit der Begründung ab, dass die schadhafte Ware von der Klägerin nicht sogleich zurückgewiesen, sondern zunächst nach Norwegen weiterverkauft worden sei.

Der BFH bejahte dagegen einen Anspruch der Klägerin auf Erstattung der Einfuhrabgaben. Ein Weiterverkauf der Ware stehe dem Erstattungsanspruch des Einführers nur entgegen, wenn die Ware in Kenntnis ihrer Schadhaftigkeit verkauft worden sei. Die damalige Überprüfung des eingeführten Apfelsaftkonzentrats durch die Klägerin habe jedoch keinen Mangel ergeben. Es komme nicht darauf an, ob die Schadhaftigkeit der Ware aufgrund eingehender Untersuchungen hätte erkannt werden können.

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